Kostenlos & unverbindlich Über 1.000 Stromanbieter Wechsel in 24 Stunden
Stromvergleich.net Jetzt vergleichen

Stromkosten bei Pflege zu Hause: wo der Verbrauch wirklich steigt

Stromkosten bei Pflege zu Hause: Welche Geräte den Zähler wirklich antreiben, was das im Jahr kostet und welche Stellschrauben beim Tarif helfen.

Inhalt dieser Seite10
  1. Das Wichtigste zu Stromkosten bei Pflege zu Hause
  2. Warum die Stromrechnung in der häuslichen Pflege…
  3. Was medizinische Geräte verbrauchen
  4. Die Krankenkasse muss diese Stromkosten erstatten
  5. Wäsche und Warmwasser: der unterschätzte Bereich
  6. Was sich sinnvoll senken lässt
  7. Was der Tarifwechsel im Pflegehaushalt bringt
  8. Häufige Fragen zu Stromkosten in der Pflege
  9. Fazit
  10. Quellen und Stand der Daten

Das Wichtigste zu Stromkosten bei Pflege zu Hause

  • Die Krankenkasse muss die Stromkosten für bewilligte elektrische Hilfsmittel erstatten — Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts von 1997.
  • Die Erstattung gibt es meist nur auf Antrag, rückwirkend bis zu vier Jahre.
  • Ein Sauerstoffkonzentrator mit 300 Watt und 16 Betriebsstunden täglich verbraucht rund 144 kWh im Monat — etwa 50 Euro.
  • Auch Wäsche und Warmwasser steigen deutlich: häufigeres Waschen bei höheren Temperaturen.
  • Zusätzlich lohnt der Tarifwechsel: rund 501 Euro im Jahr bei 3.500 kWh.

Warum die Stromrechnung in der häuslichen Pflege steigt

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, merkt es meist erst an der Jahresabrechnung. Der Verbrauch steigt nicht durch ein einzelnes Gerät, sondern an mehreren Stellen gleichzeitig — und die addieren sich zu einem vierstelligen Betrag.

Drei Bereiche treiben die Kosten:

  • Medizinische Geräte, die dauerhaft oder viele Stunden täglich laufen
  • Wäsche und Warmwasser in deutlich höherem Umfang als zuvor
  • Raumklima und Beleuchtung, weil jemand rund um die Uhr zu Hause ist
  • Haushaltsgeräte im Dauereinsatz — Waschmaschine und Trockner laufen oft täglich statt zweimal die Woche

Die gute Nachricht steht am Anfang: Für den ersten Punkt besteht ein gesetzlicher Erstattungsanspruch, den viele Pflegehaushalte nicht kennen.

Was medizinische Geräte verbrauchen

Der entscheidende Faktor ist nicht die Leistung in Watt, sondern die Betriebsdauer. Ein Gerät mit 300 Watt, das rund um die Uhr läuft, kostet mehr als ein Backofen.

Gerät Leistung Betrieb Verbrauch im Jahr Kosten bei 30 ct/kWh
Sauerstoffkonzentrator ca. 300 W 16 Std. täglich ca. 1.750 kWh ca. 525 €
Sauerstoffkonzentrator, Dauerbetrieb ca. 300 W 24 Std. täglich ca. 2.630 kWh ca. 789 €
Beatmungsgerät ca. 50 bis 100 W 8 bis 24 Std. 150 bis 875 kWh 45 bis 263 €
Pflegebett, elektrisch ca. 5 W Standby dauerhaft am Netz ca. 44 kWh ca. 13 €
Absaugpumpe ca. 80 W gelegentlich 20 bis 60 kWh 6 bis 18 €
Wechseldruckmatratze ca. 15 W dauerhaft ca. 130 kWh ca. 39 €

Der Sauerstoffkonzentrator ist der mit Abstand größte Posten. Allein er kann den Stromverbrauch eines Haushalts verdoppeln — 1.750 Kilowattstunden entsprechen dem Jahresbedarf eines kompletten Zwei-Personen-Haushalts ohne Pflegefall.

Die Krankenkasse muss diese Stromkosten erstatten

Das ist der wichtigste Punkt dieses Textes, und er ist vielen Pflegehaushalten unbekannt: Wenn ein elektrisches Hilfsmittel von der gesetzlichen Krankenkasse bewilligt wurde, gehören die notwendigen Betriebskosten zur Versorgung. Dazu zählt der Strom.

Grundlage ist § 33 SGB V in Verbindung mit einem Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 1997. Seither besteht ein Rechtsanspruch auf Erstattung der Stromkosten für elektrische und batteriebetriebene Hilfsmittel.

Vier Dinge solltest Du dazu wissen:

  1. Es gilt für alle bewilligten elektrischen Hilfsmittel, nicht nur für Sauerstoffkonzentratoren — auch für Beatmungsgeräte, Absaugpumpen, Wechseldruckmatratzen und elektrische Pflegebetten.
  2. Die Erstattung kommt nicht automatisch. In der Regel musst Du sie schriftlich bei der Krankenkasse beantragen.
  3. Sie ist rückwirkend möglich, in der Regel für bis zu vier Jahre. Wer bisher nichts beantragt hat, sollte das nachholen.
  4. Abgerechnet wird meist pauschal. Für einen 300-Watt-Konzentrator bei 16 Stunden täglich sind das rund 144 Kilowattstunden im Monat — bei 35 Cent je Kilowattstunde etwa 50 Euro monatlich.

Für den Antrag brauchst Du die Gerätebezeichnung, die Leistungsaufnahme in Watt, die tägliche Betriebsdauer und Deinen aktuellen Arbeitspreis je Kilowattstunde. Viele Geräte haben einen Betriebsstundenzähler — dessen Stand ist der beste Nachweis.

Wäsche und Warmwasser: der unterschätzte Bereich

Neben den medizinischen Geräten steigt vor allem, was Waschmaschine und Warmwasserbereitung leisten müssen. Bei Inkontinenz oder Bettlägerigkeit sind täglich Waschgänge bei 60 oder 90 Grad üblich statt zwei bis vier Wäschen pro Woche bei 30 Grad.

Situation Waschgänge pro Woche Verbrauch im Jahr Kosten bei 30 ct/kWh
Haushalt ohne Pflege, 30 bis 40 °C 4 ca. 120 kWh ca. 36 €
Pflegehaushalt, überwiegend 60 °C 10 ca. 570 kWh ca. 171 €
Pflegehaushalt, häufig 90 °C 14 ca. 1.100 kWh ca. 330 €

Dazu kommt der Trockner: Wo täglich Wäsche anfällt, reicht die Leine oft nicht. Ein Kondenstrockner braucht rund 3,5 Kilowattstunden je Durchgang, ein Wärmepumpentrockner nur 1,5 — bei täglicher Nutzung sind das rund 220 Euro Unterschied im Jahr. In einem Pflegehaushalt amortisiert sich ein Wärmepumpentrockner deshalb deutlich schneller als sonst.

Wird das Warmwasser elektrisch bereitet, schlägt häufigeres Waschen doppelt zu Buche: 500 bis 1.000 Kilowattstunden je Person sind der Normalwert, bei Pflege eher mehr.

Was sich sinnvoll senken lässt

Strom sparen heißt hier nicht, an der Pflege zu sparen — beim Pflegeaufwand selbst sollte niemand kürzen. Es gibt aber Stellen, an denen sich ohne jede Einschränkung Geld holen lässt:

  1. Erstattung beantragen. Der größte Hebel überhaupt — bei einem Sauerstoffkonzentrator geht es um 500 bis 800 Euro im Jahr, rückwirkend bis zu vier Jahre.
  2. Tarif wechseln. Rund 501 Euro im Jahr bei 3.500 Kilowattstunden. Bei einem Pflegehaushalt mit 6.000 Kilowattstunden entsprechend mehr.
  3. Verbrauch korrekt melden. Steigt der Verbrauch durch die Pflege stark an, den Abschlag anpassen lassen — sonst droht eine hohe Nachzahlung.
  4. Wärmepumpentrockner statt Kondenstrockner. Bei täglicher Nutzung rechnet er sich in zwei bis drei Jahren.
  5. Waschtemperatur prüfen. 60 Grad reichen hygienisch in fast allen Fällen; 90 Grad sind nur bei bestimmten Infektionen nötig.

Ein Hinweis zum zweiten Punkt: Wegen des hohen Verbrauchs ist der Tarifwechsel in Pflegehaushalten überdurchschnittlich lohnend. Der Preisunterschied fällt je Kilowattstunde an — wer 6.000 statt 3.500 Kilowattstunden braucht, spart entsprechend mehr.

Was der Tarifwechsel im Pflegehaushalt bringt

Jahresverbrauch Grundversorgung Günstiger Tarif Ersparnis im Jahr
3.500 kWh ca. 1.413 € ca. 912 € ca. 501 €
5.000 kWh ca. 2.019 € ca. 1.303 € ca. 716 €
6.500 kWh ca. 2.624 € ca. 1.693 € ca. 931 €

Gerechnet mit dem bundesweiten Durchschnitt von 40,37 gegen 26,05 Cent je Kilowattstunde, Gesamtpreise inklusive Grundpreis. Der Wechsel dauert fünf Minuten, und eine Versorgungslücke ist gesetzlich ausgeschlossen.

Häufige Fragen zu Stromkosten in der Pflege

Zahlt die Krankenkasse die Stromkosten für Pflegehilfsmittel?

Ja, für von der Kasse bewilligte elektrische Hilfsmittel besteht ein Rechtsanspruch. Grundlage ist § 33 SGB V und ein Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts von 1997. Die Erstattung erfolgt in der Regel nur auf Antrag.

Kann ich die Erstattung rückwirkend beantragen?

In der Regel für bis zu vier Jahre. Wer bisher nichts beantragt hat, sollte das nachholen — bei einem Sauerstoffkonzentrator geht es um mehrere Tausend Euro.

Wie viel Strom verbraucht ein Sauerstoffkonzentrator?

Bei 300 Watt und 16 Betriebsstunden täglich rund 144 Kilowattstunden im Monat, also etwa 1.750 im Jahr. Im Dauerbetrieb sind es rund 2.630 Kilowattstunden.

Was brauche ich für den Erstattungsantrag?

Gerätebezeichnung, Leistungsaufnahme in Watt, tägliche Betriebsdauer und Deinen Arbeitspreis je Kilowattstunde. Hat das Gerät einen Betriebsstundenzähler, ist dessen Stand der beste Nachweis.

Gilt das auch für das elektrische Pflegebett?

Ja, sofern es von der Krankenkasse bewilligt wurde. Der Verbrauch ist mit rund 44 Kilowattstunden im Jahr allerdings gering.

Lohnt sich ein Tarifwechsel im Pflegehaushalt besonders?

Ja. Weil der Preisunterschied je Kilowattstunde anfällt, wächst die Ersparnis mit dem Verbrauch: bei 6.500 Kilowattstunden rund 931 Euro im Jahr.

Fazit

In der häuslichen Pflege steigt der Stromverbrauch an drei Stellen gleichzeitig: medizinische Geräte, Wäsche und Warmwasser. Ein Sauerstoffkonzentrator allein kann den Verbrauch eines Haushalts verdoppeln.

Der wichtigste Schritt ist deshalb kein Spartipp, sondern ein Antrag: Für bewilligte elektrische Hilfsmittel muss die Krankenkasse die Stromkosten erstatten — rückwirkend bis zu vier Jahre. Danach lohnt der Tarifwechsel, der bei den hohen Verbräuchen eines Pflegehaushalts leicht 900 Euro im Jahr ausmacht.

Quellen und Stand der Daten

Preisangaben nach bundesweiter Markterhebung, Stand 24. August 2026, Gesamtpreise je Kilowattstunde bei 3.500 kWh Jahresverbrauch. Der Anspruch auf Erstattung der Betriebskosten bewilligter Hilfsmittel ergibt sich aus § 33 SGB V und der dazu ergangenen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts. Die Verbrauchswerte medizinischer Geräte sind Orientierungswerte; maßgeblich ist die Leistungsangabe auf dem Typenschild Deines Geräts.

Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Zu Umfang und Verfahren der Erstattung beraten die Krankenkasse selbst, Pflegestützpunkte und Sozialverbände. Die Redaktion von Stromvergleich.net wertet die Preisdaten des deutschen Strommarkts seit 2022 laufend aus; welcher Tarif an Deiner Adresse der günstigste ist, zeigt der Vergleichsrechner.

Jetzt Tarife vergleichen