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Energiesparen beim Umzug: Stromkosten im neuen Zuhause senken

Inhalt dieser Seite11
  1. Das Wichtigste zum Energiesparen beim Umzug
  2. Warum der Umzug der richtige Moment ist
  3. Vor dem Einzug: die neue Wohnung prüfen
  4. Welche Geräte mitkommen sollten — und welche nicht
  5. Küche und Wasser: die Posten mit dem größten Hebel
  6. Zählerstand: der Schritt, den viele vergessen
  7. Den Tarif gleich richtig wählen
  8. Nach dem Einzug: die ersten Wochen nutzen
  9. Häufige Fragen zum Energiesparen beim Umzug
  10. Fazit
  11. Quellen und Stand der Daten

Das Wichtigste zum Energiesparen beim Umzug

  • Ein Umzug ist der beste Zeitpunkt, den Stromverbrauch dauerhaft zu senken — alles wird ohnehin angefasst.
  • Prüfe vor dem Einzug, wie das Warmwasser bereitet wird. Elektrisch bedeutet 500 bis 1.000 kWh je Person zusätzlich.
  • Alte Kühlgeräte nicht mitnehmen. Ein Gerät von 2005 verbraucht das Zwei- bis Dreifache eines heutigen.
  • Zählerstand am Ein- und Auszugstag ablesen und fotografieren — sonst zahlst Du fremden Verbrauch.
  • Ohne eigenen Vertrag beliefert Dich ab Tag eins der Grundversorger — der teuerste Tarif am Markt.

Warum der Umzug der richtige Moment ist

Energiesparen scheitert im Alltag meist daran, dass niemand die Küche umbaut, nur um 60 Euro im Jahr zu sparen. Beim Umzug fällt dieser Widerstand weg: Geräte werden ohnehin abgebaut, Verträge ohnehin angefasst, die Wohnung ohnehin neu eingerichtet.

Genau deshalb lohnt es sich, ein paar Entscheidungen bewusst zu treffen, statt den bisherigen Zustand einfach mitzunehmen. Wer das tut, senkt den Verbrauch dauerhaft — nicht für ein paar Wochen.

Vor dem Einzug: die neue Wohnung prüfen

Drei Dinge solltest Du wissen, bevor Du den Mietvertrag unterschreibst oder spätestens bevor Du einziehst:

Frage Warum sie zählt
Wie wird Warmwasser bereitet? Elektrisch über Durchlauferhitzer oder Boiler bedeutet 500 bis 1.000 kWh je Person zusätzlich — der größte Einzelposten überhaupt.
Wie wird geheizt? Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe brauchen einen eigenen Zähler und einen eigenen Vertrag.
Welcher Zähler ist verbaut? Eintarif- oder Doppeltarifzähler entscheidet, welche Tarife überhaupt in Frage kommen.

Die erste Frage ist die wichtigste. Ein Vier-Personen-Haushalt mit elektrischer Warmwasserbereitung verbraucht bis zu 4.000 Kilowattstunden mehr als einer mit zentraler Warmwasserversorgung — das sind über 1.200 Euro im Jahr. Diese Information steht selten im Exposé, ist aber in fünf Minuten erfragt.

Läuft die Heizung elektrisch, gelten eigene, deutlich günstigere Tarife. Details stehen im Heizstrom-Vergleich.

Welche Geräte mitkommen sollten — und welche nicht

Der Umzug ist die natürliche Gelegenheit, sich von Stromfressern zu trennen. Die Faustregel: Je länger ein Gerät läuft, desto eher lohnt der Austausch.

  • Kühlschrank und Gefriertruhe. Laufen rund um die Uhr. Ein Gerät von 2005 verbraucht das Zwei- bis Dreifache eines heutigen — bei 300 Kilowattstunden Unterschied sind das 90 Euro im Jahr. Nach zehn Jahren hat sich ein Neugerät meist gerechnet.
  • Wäschetrockner. Ein Kondenstrockner braucht rund 3,5 Kilowattstunden je Durchgang, ein Wärmepumpentrockner 1,5. Bei 150 Durchgängen sind das 90 Euro Unterschied im Jahr.
  • Zweitkühlschrank im Keller. Der klassische Kandidat zum Aussortieren. Er kostet 60 bis 120 Euro im Jahr und ist selten wirklich nötig.
  • Beleuchtung. Falls noch Halogen oder Glühbirnen im Einsatz sind: Beim Einzug auf LED umrüsten spart bis zu 85 Prozent der Beleuchtungskosten.

Umgekehrt lohnt der Austausch selten bei Geräten, die kaum laufen — dort ist der Herstellungsaufwand größer als die Ersparnis.

Küche und Wasser: die Posten mit dem größten Hebel

Beim Einrichten der neuen Küche entscheidest Du über Verbräuche, die zehn Jahre bleiben. Vier Tipps, die in dieser Phase besonders leicht umzusetzen sind:

  • Wassersparender Duschkopf. Wird das Wasser elektrisch erwärmt, ist das die wirksamste Einzelmaßnahme im ganzen Haushalt — ein Vier-Personen-Haushalt spart damit in der Regel mehrere Hundert Kilowattstunden im Jahr.
  • Wasserkocher statt Herdplatte. Beim Kochen von Nudelwasser spart das rund die Hälfte der Energie.
  • Deckel auf den Topf. Klingt banal, senkt den Energiebedarf beim Kochen aber um bis zu zwei Drittel.
  • Kühlschrank in Größe und Aufstellort. Ein zu großes Gerät verbraucht dauerhaft mehr, ein Standort neben dem Herd ebenfalls.

Diese Maßnahmen senken die Stromrechnung in der Regel um 5 bis 10 Prozent. Der Tarifwechsel bringt in der Höhe deutlich mehr — beides zusammen ist der Idealfall.

Zählerstand: der Schritt, den viele vergessen

Zwei Ablesungen entscheiden darüber, ob Du fremden Verbrauch bezahlst:

  1. Am Auszugstag in der alten Wohnung, gemeinsam mit Vermieter oder Nachmieter. Foto machen, Datum notieren.
  2. Am Einzugstag in der neuen Wohnung, ebenfalls mit Foto und Datum.

Beide Werte gehören unverzüglich an den jeweiligen Anbieter. Ohne sie schätzt der Versorger — und Schätzungen fallen selten zu Deinen Gunsten aus. Bei einem Doppeltarifzähler brauchst Du beide Zählwerke, für Hoch- und Niedertarif getrennt.

Ein häufiger Irrtum: Den Stromvertrag des Vormieters kannst Du nicht übernehmen. Stromverträge sind personengebunden.

Den Tarif gleich richtig wählen

Meldest Du nichts, wirst Du ab dem ersten Tag automatisch vom örtlichen Grundversorger beliefert. Die Versorgung steht damit — aber zum teuersten Tarif am Markt: bundesweit 40,37 Cent je Kilowattstunde gegenüber 26,05 Cent im günstigsten Neuvertrag.

Haushalt Jahresverbrauch Grundversorgung Günstiger Tarif Unterschied
Single 1.500 kWh ca. 606 € ca. 391 € ca. 215 €
Paar 2.500 kWh ca. 1.009 € ca. 651 € ca. 358 €
Familie 3.500 kWh ca. 1.413 € ca. 912 € ca. 501 €

Kündbar ist die Grundversorgung jederzeit mit zwei Wochen Frist. Wie der Wechsel beim Umzug im Einzelnen abläuft, steht auf unserer Seite zum Anbieterwechsel beim Umzug.

Gib beim Vergleich den Verbrauch der neuen Wohnung an, nicht den alten. Wer von 60 auf 90 Quadratmeter zieht oder das Warmwasser künftig elektrisch erwärmt, hat einen anderen Bedarf.

Nach dem Einzug: die ersten Wochen nutzen

  • Abschlag prüfen. Er beruht auf Deiner Verbrauchsangabe. Zeichnet sich nach drei Monaten eine Abweichung ab, lass ihn anpassen.
  • Standby-Quellen erfassen. Beim Einrichten sieht man, welche Geräte dauerhaft am Netz hängen — schaltbare Steckdosenleisten sind jetzt am einfachsten zu installieren.
  • Kühlschrank richtig aufstellen. Nicht neben Herd oder Heizung, mit ausreichend Abstand zur Wand. Das spart dauerhaft ohne jeden Verzicht.
  • Verbrauch nach einer Woche messen. Zwei Zählerstände im Abstand von sieben Tagen ergeben mal 52 eine Jahreshochrechnung. Mehr dazu im Stromverbrauchsrechner.

Häufige Fragen zum Energiesparen beim Umzug

Wann sollte ich mich um den Strom kümmern?

Zwei bis vier Wochen vor dem Einzug. Dann ist der neue Vertrag rechtzeitig aktiv, und Du landest nicht in der Grundversorgung.

Muss ich den Zählerstand melden?

Ja, beim Aus- und beim Einzug. Ohne Meldung schätzt der Versorger, und Schätzungen fallen selten zu Deinen Gunsten aus.

Kann ich den Vertrag des Vormieters übernehmen?

Nein. Stromverträge sind personengebunden. Du brauchst einen eigenen Vertrag oder wirst automatisch vom Grundversorger beliefert.

Welchen Verbrauch gebe ich beim Vergleich an?

Den erwarteten Verbrauch der neuen Wohnung. Als Orientierung: 2.000 kWh für ein Paar in der Wohnung, 3.000 im Haus — ohne elektrische Warmwasserbereitung.

Lohnt sich der Austausch alter Geräte beim Umzug?

Bei Kühl- und Gefriergeräten fast immer, weil sie rund um die Uhr laufen. Bei selten genutzten Geräten selten.

Was, wenn die neue Wohnung eine Nachtspeicherheizung hat?

Dann brauchst Du einen eigenen Heizstromvertrag. Die Preise liegen mit rund 18 Cent je Kilowattstunde deutlich unter Haushaltsstrom.

Fazit

Der Umzug ist der einzige Moment, in dem sich Geräte, Verträge und Gewohnheiten gleichzeitig ändern lassen — ohne zusätzlichen Aufwand, weil ohnehin alles angefasst wird.

Prüfe vor dem Einzug die Warmwasserbereitung, lass alte Kühlgeräte zurück, dokumentiere beide Zählerstände und schließe den neuen Vertrag rechtzeitig ab. Allein der letzte Punkt ist bei einem Drei-Personen-Haushalt rund 501 Euro im Jahr wert.

Quellen und Stand der Daten

Preisangaben nach bundesweiter Markterhebung, Stand 24. August 2026, Gesamtpreise je Kilowattstunde bei 3.500 kWh Jahresverbrauch. Die Verbrauchswerte für Haushalte und Geräte sind Orientierungswerte aus Herstellerangaben und Verbraucherberatung. Grundversorgung und Kündigungsfristen sind in § 36 EnWG und der Stromgrundversorgungsverordnung geregelt.

Die Redaktion von Stromvergleich.net wertet die Preisdaten des deutschen Strommarkts seit 2022 laufend aus. Welcher Tarif an Deiner neuen Adresse der günstigste ist, zeigt der Vergleichsrechner mit Postleitzahl und Jahresverbrauch.

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