Stromvergleich Elektroauto: Autostrom ab 19,74 Cent
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- Das Wichtigste zum Stromvergleich Elektroauto
- Was genau ist ein Autostromtarif?
- Was das Laden zu Hause kostet
- Die vier Tarifmodelle im Vergleich
- § 14a EnWG: der eigentliche Hebel
- Wallbox und Smart Meter
- Was dynamische Stromtarife bringen
- Häufige Fragen zum Autostrom
- Fazit
- Quellen und Stand der Daten
Das Wichtigste zum Stromvergleich Elektroauto
- Autostromtarife lagen zuletzt zwischen 19,74 und 34,05 Cent pro kWh — im Schnitt 3 bis 4 Cent unter vergleichbarem Haushaltsstrom.
- Bei typischen 2.500 kWh Ladestrom im Jahr bringt allein der Tarifwechsel 75 bis 100 Euro.
- Der größere Hebel ist § 14a EnWG: Wer die Wallbox steuerbar meldet, bekommt 110 bis 190 Euro Netzentgeltreduzierung im Jahr.
- Vier Tarifmodelle stehen zur Wahl — vom normalen Haushaltstarif bis zum dynamischen Tarif.
- Zu Hause laden ist deutlich günstiger als an öffentlichen Ladesäulen, wo 50 bis 80 Cent je kWh üblich sind.
Was genau ist ein Autostromtarif?
Ein Autostromtarif ist ein Stromvertrag, der auf das Laden von E-Autos zu Hause zugeschnitten ist. Anbieter führen diese speziellen Tarife oft unter Namen wie Autostrom, Mobilitätsstrom oder Ladestrom. Der Arbeitspreis liegt unter dem von Haushaltsstrom, weil zwei Mechanismen greifen: die Steuerbarkeit der Wallbox nach § 14a EnWG und — bei separater Messung — die ermäßigte Konzessionsabgabe für Schwachlaststrom von höchstens 0,61 Cent je Kilowattstunde.
Der Unterschied zum Haushaltsstrom ist allerdings kleiner als bei Wärmepumpe oder Nachtspeicher. Nach einer Erhebung des ADAC vom Februar 2026 lagen Autostromtarife für Neukunden zwischen 19,74 und 34,05 Cent pro Kilowattstunde und damit im Schnitt nur 3 bis 4 Cent unter vergleichbarem Haushaltsstrom.
Was das Laden zu Hause kostet
Ein Elektroauto verbraucht 15 bis 20 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Bei 15.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr ergibt das 2.250 bis 3.000 Kilowattstunden Ladestrom.
| Ladeort | Preis je kWh | Kosten für 2.500 kWh im Jahr | Kosten je 100 km |
|---|---|---|---|
| Wallbox, Autostromtarif | ab ca. 19,74 ct | ca. 494 € | ca. 3,35 € |
| Wallbox, günstiger Haushaltstarif | ca. 26,05 ct | ca. 651 € | ca. 4,43 € |
| Wallbox, Grundversorgung | ca. 40,37 ct | ca. 1.009 € | ca. 6,86 € |
| Öffentliche Ladesäule (AC) | ca. 50 ct | ca. 1.250 € | ca. 8,50 € |
| Schnellladesäule (DC) | ca. 65 bis 80 ct | ca. 1.625 bis 2.000 € | ca. 11 bis 13,60 € |
Die Spreizung ist erheblich: Zwischen dem günstigsten Autostromtarif zu Hause und dem Schnellladen unterwegs liegt der Faktor vier. Wer überwiegend zu Hause lädt, fährt also nicht nur billiger als mit Verbrenner, sondern auch deutlich billiger als der Durchschnitt der E-Auto-Fahrer.
Zum Vergleich mit einem Benziner: Bei 7,5 Litern auf 100 Kilometer und 1,75 Euro je Liter kostet dieselbe Strecke 13,13 Euro — das Vierfache des Ladens im Autostromtarif. Die jährliche Ersparnis gegenüber einem Verbrenner liegt bei 15.000 Kilometern damit im hohen dreistelligen Bereich, allein bei der Energie.
Die vier Tarifmodelle im Vergleich
| Modell | Messung | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Normaler Haushaltstarif | Wallbox läuft über den Haushaltszähler | kein Aufwand, keine Zusatzkosten | kein reduziertes Netzentgelt, höchster Arbeitspreis |
| Autostromtarif | separater Stromzähler nur für die Wallbox | niedrigster Arbeitspreis, Modul 2 nach § 14a möglich | zweiter Zählerplatz und zweites Messentgelt |
| Kombitarif | ein Zähler für Haushalt und Auto | kein zweiter Zähler, Modul 1 trotzdem möglich | kein eigener Ladestrompreis |
| Dynamischer Tarif | intelligentes Messsystem | lädt automatisch in den billigsten Stunden | Preisrisiko, Steuerung nötig |
Faustregel: Bei 2.500 Kilowattstunden Ladestrom im Jahr rechnet sich ein zweiter Stromzähler selten — das jährliche Messentgelt für den zusätzlichen Zählerplatz frisst den Vorteil oft auf. Der Kombitarif mit Modul 1 nach § 14a EnWG ist für die meisten Haushalte die bessere Wahl. Erst bei hoher Fahrleistung ab etwa 25.000 Kilometern im Jahr dreht sich das.
§ 14a EnWG: der eigentliche Hebel
Seit dem 1. Januar 2024 gelten nicht öffentliche Ladepunkte über 4,2 Kilowatt als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Eine übliche 11-kW-Wallbox fällt damit unter die Regelung — und muss ohnehin beim Netzbetreiber angemeldet werden.
Der Handel: Der Netzbetreiber darf die Ladeleistung bei drohender Netzüberlastung drosseln, muss Dir aber immer mindestens 4,2 Kilowatt lassen. Dafür hast Du einen Rechtsanspruch auf reduzierte Netzentgelte:
- Modul 1 — pauschale Reduzierung. Je nach Netzgebiet 110 bis 190 Euro brutto im Jahr. Ein separater Zähler ist nicht nötig.
- Modul 2 — prozentuale Reduzierung. 60 Prozent weniger auf den Arbeitspreis-Anteil des Netzentgelts, setzt aber einen eigenen Zähler voraus.
Für ein Elektroauto mit 2.500 Kilowattstunden Ladestrom ist Modul 1 fast immer im Vorteil: 110 bis 190 Euro Pauschale sind mehr, als 60 Prozent Reduzierung auf diese kleine Menge einbringen. Erst bei sehr hohem Ladebedarf kippt die Rechnung.
Seit dem 1. April 2025 lässt sich Modul 1 zusätzlich mit Modul 3 kombinieren — zeitvariablen Netzentgelten. Wer nachts lädt, holt daraus einen weiteren Vorteil. Dieselbe Systematik gilt für Wärmepumpen; Details stehen im Stromvergleich Wärmepumpe.
4,2 Kilowatt klingen nach wenig, reichen aber aus: In acht Stunden Nachtladung sind das rund 33 Kilowattstunden — genug für gut 200 Kilometer. Die Drosselung greift ohnehin nur bei drohender Netzüberlastung und zeitlich begrenzt.
Wallbox und Smart Meter
Die meisten Heimwallboxen laden mit 11 Kilowatt. Das reicht: Ein leerer Akku ist damit über Nacht wieder voll. 22 Kilowatt bringen im Alltag kaum Vorteil, sind genehmigungspflichtig und treiben die Installationskosten. Für Anschaffung und Installation solltest Du 1.800 bis 3.500 Euro einplanen.
Weil die Wallbox unter § 14a EnWG fällt, wird ein intelligentes Messsystem eingebaut. Die Kosten sind in § 30 MsbG gedeckelt: höchstens 50 Euro im Jahr für den Smart Meter und noch einmal höchstens 50 Euro für die zusätzliche Steuereinrichtung. Einbau, Betrieb, Wartung, Ablesung und Datenübertragung sind darin enthalten.
Was dynamische Stromtarife bringen
Seit dem 1. Januar 2025 muss nach § 41a EnWG jeder Stromlieferant einen dynamischen Tarif anbieten. Für Elektroautos ist das der interessanteste Fall überhaupt — kaum ein anderer Haushaltsverbraucher lässt sich so gut verschieben.
Ein Auto steht nachts zwölf Stunden an der Wallbox und braucht davon vielleicht vier. Eine Ladesteuerung, die automatisch die günstigsten Stunden wählt, holt aus einem dynamischen Tarif spürbar mehr heraus als ein Festpreis. In windreichen Nächten fällt der Börsenpreis regelmäßig unter fünf Cent.
Voraussetzungen sind ein Smart Meter und eine Wallbox oder ein Fahrzeug, das sich zeitgesteuert laden lässt. Ohne diese Steuerung bleibt ein günstiger Festpreistarif die berechenbarere Wahl — und wer eine Photovoltaikanlage hat, lädt tagsüber ohnehin am besten mit eigenem Strom. Was dabei zu beachten ist, steht im Stromvergleich mit Photovoltaik.
Häufige Fragen zum Autostrom
Wie viel kostet es, ein E-Auto zu Hause zu laden?
Bei einem Autostromtarif ab 19,74 Cent je Kilowattstunde und 2.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch rund 494 Euro. In der Grundversorgung wären es etwa 1.009 Euro, an einer Schnellladesäule 1.625 Euro und mehr.
Lohnt sich ein separater Zähler für die Wallbox?
Bei durchschnittlicher Fahrleistung meist nicht — das zweite Messentgelt frisst den Vorteil oft auf. Der Kombitarif mit der pauschalen Netzentgeltreduzierung nach Modul 1 ist für die meisten günstiger. Ab etwa 25.000 Kilometern im Jahr kippt die Rechnung.
Was bringt § 14a EnWG beim Elektroauto?
110 bis 190 Euro reduzierte Netzentgelte im Jahr, je nach Netzgebiet. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Ladeleistung bei Netzengpässen auf mindestens 4,2 Kilowatt drosseln — das reicht für rund 200 Kilometer Reichweite pro Nacht.
Muss ich meine Wallbox anmelden?
Ja. Ladepunkte ab 3,6 Kilowatt sind beim Netzbetreiber anmeldepflichtig, ab 12 Kilowatt genehmigungspflichtig. Die übliche 11-kW-Wallbox muss also angemeldet, aber nicht genehmigt werden.
Gibt es spezielle Stromtarife für E-Autos?
Ja, rund die Hälfte der überregionalen Versorger führt inzwischen einen Autostromtarif. Aktuell liegen die Arbeitspreise zwischen 19,74 und 34,05 Cent je Kilowattstunde — der Vorteil gegenüber Haushaltsstrom ist mit 3 bis 4 Cent aber kleiner als bei Wärmepumpen- oder Heizstromtarifen.
Wie viel Strom braucht ein Elektroauto im Jahr?
Bei 15 bis 20 Kilowattstunden auf 100 Kilometer und 15.000 Kilometern Fahrleistung sind es 2.250 bis 3.000 Kilowattstunden. Das entspricht etwa dem Verbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts.
Lohnt sich ein dynamischer Tarif fürs Laden?
Mit zeitgesteuerter Wallbox ja — das Auto steht nachts zwölf Stunden und braucht davon vier. Ohne automatische Steuerung ist ein günstiger Festpreistarif die sicherere Wahl.
Fazit
Beim Elektroauto bringt der Tarifwechsel allein 75 bis 100 Euro im Jahr. Der größere Hebel liegt bei § 14a EnWG: 110 bis 190 Euro reduzierte Netzentgelte, für die Du nur die Steuerbarkeit der Wallbox akzeptieren musst.
Für die meisten Haushalte ist der Kombitarif über einen Zähler mit Modul 1 die beste Kombination aus Aufwand und Ertrag. Wer viel fährt oder eine steuerbare Wallbox hat, sollte zusätzlich einen dynamischen Tarif prüfen.
Quellen und Stand der Daten
Preise für Autostromtarife nach Erhebung des ADAC (Februar 2026) und eigener Markterhebung, Stand 24. August 2026. Die Regelungen zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen stammen aus der Festlegung der Bundesnetzagentur zu § 14a EnWG, die Preisobergrenzen für Messsysteme aus § 30 Messstellenbetriebsgesetz. Vergleichswerte für Haushaltsstrom aus unserer eigenen Erhebung über alle 16 Bundesländer.
Die Redaktion von Stromvergleich.net wertet die Preisdaten des deutschen Strommarkts seit 2022 laufend aus. Welche Autostromtarife an Deiner Adresse lieferbar sind, zeigt der Vergleichsrechner mit Postleitzahl und Deinem Ladestrombedarf.