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Heizstrom vergleichen: Wärmestrom-Tarife ab 18 Cent

Inhalt dieser Seite12
  1. Das Wichtigste zum Heizstrom-Vergleich
  2. Was ist Heizstrom?
  3. Warum Heizstrom günstiger ist als Haushaltsstrom
  4. Was Heizstrom 2026 kostet
  5. Welcher Zähler für Heizstrom?
  6. Smart Meter: was sich für Heizstromkunden ändert
  7. § 14a EnWG: der zweite Rabatt
  8. Für welche Heizungen sich ein Heizstromtarif lohnt
  9. Heizstromtarif wechseln: worauf es ankommt
  10. Häufige Fragen zum Heizstrom
  11. Fazit
  12. Quellen und Stand der Daten

Das Wichtigste zum Heizstrom-Vergleich

  • Heizstrom und Wärmestrom sind dasselbe. Beide Begriffe meinen Strom zum Heizen mit einer Elektroheizung — Wärmepumpe, Nachtspeicher oder Direktheizung.
  • Günstige Heizstromtarife starten bei rund 18 Cent pro kWh bei 8.000 kWh Jahresverbrauch und eigenem Zähler.
  • Haushaltsstrom kostet in der Grundversorgung im Bundesschnitt 40,37 Cent — der Abstand beträgt über 20 Cent je Kilowattstunde.
  • Der Preisvorteil hat drei Ursachen: reduzierte Netzentgelte, eine ermäßigte Konzessionsabgabe und § 14a EnWG.
  • Voraussetzung ist ein separater Stromzähler oder ein Doppeltarifzähler für die Heizung.

Was ist Heizstrom?

Heizstrom ist Strom, der ausschließlich eine Elektroheizung versorgt und deshalb getrennt vom Haushaltsstrom abgerechnet wird. Manche Versorger nennen dasselbe Produkt Wärmestrom, andere sprechen von Nachtstrom oder Wärmepumpenstrom. Gemeint ist immer der gleiche Tariftyp — der Unterschied liegt nur im Wort.

Typische Abnehmer sind Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen, Elektro-Fußbodenheizungen und Direktheizgeräte. Diese speziellen Stromtarife werden nicht von jedem Stromanbieter angeboten — bundesweit hat rund ein Viertel der Versorger sie im Programm. Entscheidend ist nicht das Gerät, sondern der Stromzähler: Der Verbrauch der Heizung muss sich vom übrigen Haushalt trennen lassen. Ohne diese Trennung gibt es keinen Heizstromtarif.

Warum Heizstrom günstiger ist als Haushaltsstrom

Der Rabatt ist kein Entgegenkommen des Anbieters, sondern ergibt sich aus drei regulatorischen Bausteinen:

  • Reduzierte Netzentgelte. Elektroheizungen gelten als unterbrechbare oder steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf sie in Spitzenzeiten abschalten oder drosseln und berechnet dafür ein niedrigeres Entgelt. Wer nachts heizt, entlastet das Netz genau dann, wenn ohnehin wenig los ist.
  • Ermäßigte Konzessionsabgabe. Für separat erfassten Schwachlaststrom sieht die Konzessionsabgabenverordnung höchstens 0,61 Cent pro kWh vor. Beim normalen Haushaltsstrom sind es je nach Gemeindegröße 1,32 bis 2,39 Cent.
  • § 14a EnWG. Wer seine Heizung steuerbar macht, hat seit 2024 einen gesetzlichen Anspruch auf eine zusätzliche Netzentgeltreduzierung.

Zusammen erklären diese drei Punkte den Löwenanteil des Preisunterschieds. Beschaffung und Vertrieb kosten den Versorger bei Heizstrom ungefähr dasselbe wie bei Haushaltsstrom — günstiger als herkömmlicher Strom wird Heizstrom allein durch die Regulierung.

Was Heizstrom 2026 kostet

Die Preise hängen stark vom Verbrauch ab, weil Heizungen ein Vielfaches eines Haushalts abnehmen und Grundpreise sich dadurch besser verteilen.

Anwendung Typischer Jahresverbrauch Günstiger Arbeitspreis Jahreskosten (nur Arbeitspreis)
Wärmepumpe, Einfamilienhaus 4.000 kWh ab ca. 20,50 ct ca. 820 €
Wärmepumpe, größeres Haus 6.000 kWh ab ca. 20,50 ct ca. 1.230 €
Nachtspeicherheizung, Wohnung 8.000 kWh ab ca. 18,07 ct ca. 1.446 €
Nachtspeicherheizung, Haus 15.000 kWh ab ca. 18,07 ct ca. 2.711 €

Zum Vergleich: Haushaltsstrom kostet in der Grundversorgung im Bundesdurchschnitt 40,37 Cent pro Kilowattstunde. Würde eine Nachtspeicherheizung mit 15.000 Kilowattstunden zu diesem Preis laufen, wären es 6.056 Euro im Jahr statt 2.711 Euro. Genau deshalb gibt es den separaten Zähler.

Die Angaben sind reine Arbeitspreise ohne Grundpreis. Der Grundpreis liegt bei Heizstromtarifen meist zwischen 80 und 150 Euro im Jahr und fällt zusätzlich an.

Ein Hinweis zur Vergleichbarkeit: Die genannten Heizstrom- und Wärmepumpenpreise sind reine Arbeitspreise. Der Vergleichswert von 40,37 Cent für Haushaltsstrom in der Grundversorgung ist dagegen ein Gesamtpreis bei 3.500 kWh, in dem der Grundpreis bereits steckt. Der tatsächliche Abstand ist damit etwas kleiner, als die beiden Zahlen nebeneinander vermuten lassen — bei den hohen Verbräuchen einer Elektroheizung bleibt er trotzdem erheblich.

Welcher Zähler für Heizstrom?

Wie Deine Heizung gemessen wird, entscheidet darüber, welche Tarife Du überhaupt vergleichen kannst. Drei Varianten sind verbreitet:

Messung Was das heißt Folge für den Vergleich
Getrennte Messung Eigener Zähler nur für die Heizung Beste Ausgangslage: reiner Heizstromtarif, größte Auswahl
Doppeltarifzähler Ein Stromzähler, zwei Zählwerke: Hochtarif tagsüber, günstigerer Niedertarif nachts HT/NT-Tarif nötig, beide Preise prüfen
Gemeinsame Messung Haushalt und Heizung über einen Zähler Kombitarif; der Anbieter rechnet mit Ausgleichsmengen

Bei gemeinsamer Messung wird es unübersichtlich: Der Versorger zieht eine pauschale Menge — die sogenannte Ausgleichsmenge — für den Haushaltsanteil ab und rechnet den Rest als Heizstrom. Wie großzügig diese Ausgleichsmenge bemessen ist, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter — und sie steht selten im Preisvergleich, sondern erst im Kleingedruckten. Lies sie nach, bevor Du unterschreibst.

Mehr zur Technik und zu den Schaltzeiten steht auf unserer Seite zum Doppeltarifzähler.

Smart Meter: was sich für Heizstromkunden ändert

Der klassische Doppeltarifzähler ist ein Auslaufmodell. Nach dem Messstellenbetriebsgesetz muss ein intelligentes Messsystem eingebaut werden, sobald der Jahresverbrauch 6.000 Kilowattstunden übersteigt oder eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG angeschlossen ist. Beides trifft auf die meisten Heizstromkunden zu — eine Nachtspeicherheizung liegt fast immer darüber, eine Wärmepumpe fällt ohnehin unter § 14a.

Was der Smart Meter kosten darf, ist in § 30 MsbG gedeckelt:

Fall Preisobergrenze pro Jahr
Pflichteinbau bei 6.000 bis 10.000 kWh Stromverbrauch max. 40 €
Steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG max. 50 €
Zusätzliche Steuereinrichtung, etwa für die Wärmepumpe max. 50 €

Der Betrag deckt Einbau, Betrieb, Wartung, Ablesung und Datenübertragung ab. Zum 1. Januar 2025 ist die Obergrenze für den Haushaltsanteil von 20 auf 40 Euro gestiegen.

Für Dich als Kunden hat das einen praktischen Vorteil: Ein Smart Meter misst viertelstundengenau. Damit werden erstmals dynamische Stromtarife für die Heizung interessant, bei denen der Preis stündlich dem Börsenwert folgt — und eine Wärmepumpe oder ein Nachtspeicher nutzen genau die Stunden, in denen Strom nachts am günstigsten ist.

§ 14a EnWG: der zweite Rabatt

Seit dem 1. Januar 2024 gilt eine Neuregelung der Bundesnetzagentur zu § 14a EnWG. Sie betrifft steuerbare Verbrauchseinrichtungen über 4,2 Kilowatt — also Wärmepumpen, Wallboxen, Klimaanlagen und Stromspeicher.

Der Handel dahinter: Der Netzbetreiber darf die Anlage bei Netzüberlastung drosseln, muss ihr aber immer mindestens 4,2 Kilowatt lassen. Im Gegenzug hast Du einen Rechtsanspruch auf reduzierte Netzentgelte und kannst zwischen zwei Modulen wählen:

  • Modul 1 — pauschale Reduzierung. Ein fester Betrag je Jahr, abhängig vom Netzgebiet, üblicherweise zwischen 110 und 190 Euro brutto. Ein separater Zähler ist dafür nicht nötig.
  • Modul 2 — prozentuale Reduzierung. Der Arbeitspreis-Anteil des Netzentgelts sinkt um 60 Prozent. Das lohnt sich bei hohem Verbrauch, setzt aber einen eigenen Zähler voraus.

Seit dem 1. April 2025 lässt sich Modul 1 zusätzlich mit Modul 3 kombinieren: zeitvariable Netzentgelte, die je nach Tageszeit unterschiedlich hoch ausfallen. Wer den Betrieb der Heizung ohnehin in die Nachtstunden legt, holt daraus einen weiteren Vorteil.

Für welche Heizungen sich ein Heizstromtarif lohnt

  • Wärmepumpe. Der klassische Fall. Wegen § 14a EnWG und der Jahresarbeitszahl ist der Betrieb hier am günstigsten — Details auf unserer Seite zum Stromvergleich Wärmepumpe.
  • Nachtstromtarife. Wer über einen Doppeltarifzähler abrechnet, findet die Regeln im Stromvergleich mit Nachtstrom.
  • Nachtspeicherheizung. Hoher Verbrauch, klassische HT/NT-Struktur. Was dabei zu beachten ist, steht im Vergleich für Nachtspeicherheizungen.
  • Elektrische Fußbodenheizung und Direktheizgeräte. Sie laufen tagsüber und profitieren deshalb weniger vom Niedertarif, aber weiterhin vom reduzierten Netzentgelt.
  • Infrarotheizung. Nur dann, wenn sie über einen eigenen Zähler läuft. Einzelne Geräte an der Haushaltssteckdose bekommen keinen Heizstromtarif.

Heizstromtarif wechseln: worauf es ankommt

Der Wechsel läuft wie beim Haushaltsstrom — Du gibst Postleitzahl und Jahresverbrauch ein, der neue Anbieter kündigt beim alten. Drei Punkte unterscheiden den Heizstromvergleich trotzdem vom normalen:

  1. Der Markt ist kleiner. Bundesweit bieten rund 25 Versorger Heizstromtarife an, bei Wärmepumpentarifen sind es etwa 42. Zum Vergleich: Beim Haushaltsstrom sind es in Ballungsräumen über 40 an fast jeder Adresse.
  2. Der Verbrauch muss stimmen. Bei 15.000 Kilowattstunden verschiebt ein Schätzfehler von 2.000 Kilowattstunden das Ergebnis um mehrere Hundert Euro. Nimm die Werte der letzten Jahresabrechnung, getrennt nach HT und NT.
  3. HT und NT einzeln prüfen. Manche Tarife sehen im Niedertarif hervorragend aus und holen sich den Vorteil über einen hohen Hochtarif zurück. Entscheidend ist der Mischpreis über Deine tatsächliche Verteilung.

Findet der Vergleich keinen Heizstromtarif für Deine Adresse, bleibt die Grundversorgung des örtlichen Versorgers. Auch dort gibt es einen eigenen Heizstromtarif — er ist teurer als der günstigste Anbieter, aber deutlich günstiger als Haushaltsstrom.

Häufige Fragen zum Heizstrom

Ist Wärmestrom dasselbe wie Heizstrom?

Ja. Beide Begriffe bezeichnen denselben Tariftyp für strombetriebene Heizungen. Welches Wort ein Anbieter verwendet, ist reine Namensfrage und sagt nichts über den Preis.

Brauche ich einen zweiten Zähler für Heizstrom?

Für einen reinen Heizstromtarif ja. Seit der Neuregelung von § 14a EnWG kannst Du die pauschale Netzentgeltreduzierung nach Modul 1 aber auch ohne separaten Zähler bekommen — dann läuft die Heizung über den Haushaltszähler mit.

Was kostet Heizstrom pro kWh?

Günstige Heizstromtarife starten bei rund 18,07 Cent pro Kilowattstunde bei 8.000 kWh Jahresverbrauch, Wärmepumpentarife bei rund 20,50 Cent bei 4.000 kWh. In der Grundversorgung liegen die Preise je nach Versorger 6 bis 10 Cent darüber.

Wie viel Strom verbraucht eine Elektroheizung im Jahr?

Eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus kommt auf 4.000 bis 6.000 Kilowattstunden, eine Nachtspeicherheizung je nach Wohnfläche auf 8.000 bis 20.000. Der Unterschied liegt am Wirkungsgrad: Die Wärmepumpe holt aus einer Kilowattstunde Strom das Drei- bis Vierfache an Wärme, der Nachtspeicher exakt eine.

Kann ich Heizstrom und Haushaltsstrom bei verschiedenen Anbietern beziehen?

Ja, sofern beide über eigene Zähler laufen. Es sind zwei getrennte Verträge, die Du unabhängig voneinander kündigen und wechseln kannst.

Was ist eine Ausgleichsmenge?

Wenn Haushalt und Heizung über einen gemeinsamen Stromzähler laufen, zieht der Anbieter eine feste Kilowattstundenzahl als Haushaltsanteil ab und rechnet sie zum höheren Tarif. Der Rest gilt als Heizstrom. Ist die Ausgleichsmenge zu hoch angesetzt, schrumpft Dein Vorteil.

Gilt für Heizstrom eine Preisgarantie?

Bei vielen Tarifen ja, meist eingeschränkt auf Beschaffung und Vertrieb. Steigen Netzentgelte oder Steuern, darf der Anbieter trotzdem erhöhen. Bei den hohen Verbräuchen im Heizstrom wirkt sich das stärker aus als beim Haushaltsstrom.

Fazit

Heizstrom kostet weniger als die Hälfte dessen, was Haushaltsstrom in der Grundversorgung kostet — bei 15.000 Kilowattstunden macht das über 3.000 Euro im Jahr aus. Der Preisvorteil kommt aus reduzierten Netzentgelten, der ermäßigten Konzessionsabgabe und § 14a EnWG.

Prüfe vor dem Vergleich, wie Deine Heizung gemessen wird, nimm die HT- und NT-Werte der letzten Abrechnung und achte bei gemeinsamer Messung auf die Ausgleichsmenge. Danach ist der Weg zum passenden Tarif einfach: Der Wechsel ist derselbe Fünf-Minuten-Vorgang wie beim Haushaltsstrom. Wer mit Strom heizt, spart dabei absolut mehr als jeder normale Haushalt — weil die Menge so viel größer ist.

Quellen und Stand der Daten

Heizstrom- und Wärmepumpenpreise nach bundesweiter Markterhebung, Stand 24. August 2026, Modellfälle mit 4.000 beziehungsweise 8.000 kWh Jahresverbrauch. Die Regelungen zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und zur Netzentgeltreduzierung stammen aus der Festlegung der Bundesnetzagentur zu § 14a EnWG, die Sätze der Konzessionsabgabe aus der Konzessionsabgabenverordnung. Die Vergleichswerte für Haushaltsstrom stammen aus unserer eigenen Erhebung über alle 16 Bundesländer.

Die Redaktion von Stromvergleich.net wertet die Preisdaten des deutschen Strommarkts seit 2022 laufend aus. Heizstrompreise ändern sich täglich und hängen stark vom Netzgebiet ab — welche speziellen Heizstromtarife an Deiner Adresse lieferbar sind, zeigt der Vergleichsrechner mit Deiner Postleitzahl und dem Jahresverbrauch Deiner Heizung.

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