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Regionale Stromanbieter vergleichen: Stadtwerke und Regionalstrom

Inhalt dieser Seite14
  1. Das Wichtigste zum Stromvergleich regionaler…
  2. Was ein regionaler Stromanbieter ist
  3. Der Denkfehler: Stadtwerk ist nicht gleich…
  4. Wie viele Energieversorger es in Deutschland gibt
  5. Was Regionalstrom bedeutet
  6. Was für regionale Anbieter spricht
  7. Was dagegen spricht
  8. So vergleichst Du regionale Anbieter richtig
  9. Worauf Du im Vertrag achten solltest
  10. Alle erhobenen Städte im Überblick
  11. Regionale Preisunterschiede sind erheblich
  12. Häufige Fragen zu regionalen Stromanbietern
  13. Fazit
  14. Quellen und Stand der Daten

Das Wichtigste zum Stromvergleich regionaler Anbieter

  • Regionale Stromanbieter sind meist die Stadtwerke vor Ort — und zugleich der Grundversorger im Netzgebiet.
  • Grundversorgung ist nicht gleich Stadtwerketarif. Fast jedes Stadtwerk führt eigene Sondertarife, die mehrere Cent darunter liegen.
  • Bundesweit kostet die Grundversorgung im Schnitt 40,37 Cent, der günstigste Neuvertrag 26,05 Cent.
  • Regionalstrom bedeutet, dass der Strom in einem festgelegten Umkreis erzeugt, vertrieben und verbraucht wird.
  • Der Vorteil liegt in Erreichbarkeit, regionaler Wertschöpfung und nachvollziehbarer Erzeugung — nicht automatisch im Preis.

Was ein regionaler Stromanbieter ist

Regionale Stromanbieter beliefern ein begrenztes Gebiet — eine Stadt, einen Landkreis, ein Konzessionsgebiet. In den meisten Fällen sind es Stadtwerke, daneben gibt es Energiegenossenschaften und Bürgerenergiegesellschaften.

Fast immer ist der regionale Anbieter zugleich Grundversorger: Grundversorger wird das Unternehmen, das in einem Netzgebiet die meisten Haushaltskunden beliefert; die Bundesnetzagentur stellt das alle drei Jahre neu fest. Daraus entsteht ein Missverständnis, das viele Haushalte teuer zu stehen kommt.

Der Denkfehler: Stadtwerk ist nicht gleich Grundversorgung

Wer nie aktiv gewechselt hat, ist automatisch im Grundversorgungstarif seines örtlichen Versorgers. Das ist der teuerste Tarif, den dieses Unternehmen anbietet — bundesweit im Schnitt 40,37 Cent je Kilowattstunde.

Dasselbe Stadtwerk führt daneben aber meist zwei oder drei Sondertarife, die deutlich günstiger sind. Der Wechsel dorthin ist kein Anbieterwechsel, sondern ein Tarifwechsel beim selben Unternehmen — und trotzdem sparst Du damit oft mehrere Hundert Euro im Jahr.

Variante Typischer Arbeitspreis Kosten bei 3.500 kWh
Grundversorgung beim örtlichen Versorger ca. 40,37 ct ca. 1.413 €
Sondertarif desselben Versorgers ca. 30 bis 34 ct ca. 1.050 bis 1.190 €
Günstigster überregionaler Anbieter ca. 26,05 ct ca. 912 €

Wer regional bleiben will, muss also nicht in der Grundversorgung bleiben. Diese beiden Dinge werden regelmäßig verwechselt.

Wie viele Energieversorger es in Deutschland gibt

Die deutsche Stromversorgung ist außergewöhnlich kleinteilig. Nach dem Monitoring der Bundesnetzagentur sind bundesweit rund 1.400 Stromlieferanten aktiv, davon über 800 Grundversorger. Allein Bayern zählt 211 Grundversorger — mehr als jedes andere Bundesland.

Für Verbraucher heißt das: An einer typischen Adresse sind zwischen 40 und 100 Anbieter lieferfähig. Nur ein Bruchteil davon taucht in der Werbung auf; die große Mehrheit sind regionale Energieversorger, die außerhalb ihres Gebiets niemand kennt.

Art des Versorgers Wer dahintersteht Reichweite
Stadtwerke überwiegend kommunal, oft mit privatem Minderheitsgesellschafter Stadt und Umland
Regionalversorger Konzerntöchter wie Bayernwerk, enviaM oder Süwag Flächengebiete, teils mehrere Landkreise
Energiegenossenschaften Bürger als Mitglieder, rund 900 in Deutschland meist ein Ort oder Landkreis
Überregionale Anbieter bundesweit tätige Vertriebe ohne eigenes Netz bundesweit

Bürgerenergiegenossenschaften sind dabei die konsequenteste Form regionaler Stromversorgung: Die Mitglieder finanzieren die Erzeugungsanlagen selbst, beziehen den Strom daraus und entscheiden über die Gewinnverwendung mit. Der Preis ist selten der günstigste, die Nähe zur Erzeugung dafür maximal.

Was Regionalstrom bedeutet

Regionalstrom ist Strom, der zumindest teilweise in einem bestimmten Umkreis erzeugt, vertrieben und verbraucht wird — meist innerhalb eines Landkreises oder des Konzessionsgebiets des Versorgers.

Der Nachweis läuft über das Regionalnachweisregister des Umweltbundesamts. Für EEG-geförderten Strom werden dort Regionalnachweise ausgestellt, die belegen, dass die Erzeugungsanlage im Umkreis von 50 Kilometern um den Verbrauchsort steht. Anders als beim allgemeinen Herkunftsnachweis ist der räumliche Bezug damit belegt und nicht nur bilanziell.

Das ist der wesentliche Unterschied zu vielen Ökostromtarifen, deren Nachweise aus norwegischer Wasserkraft stammen. Mehr dazu auf unserer Seite zum Ökostromvergleich.

Was für regionale Anbieter spricht

  • Nachvollziehbare Erzeugung. Viele Stadtwerke betreiben eigene Anlagen für erneuerbare Energien — Windräder, Wasserkraft oder Solarparks. Der Strom stammt aus Anlagen, die es nachweislich gibt und die Du besichtigen kannst.
  • Erreichbarkeit. Ein Kundenzentrum vor Ort statt einer Warteschleife. Bei Abrechnungsfragen oder Zählerproblemen ist das mehr wert, als es klingt.
  • Regionale Wertschöpfung. Gewinne bleiben in kommunaler Hand und finanzieren häufig Bäder, Nahverkehr und lokale Projekte quer.
  • Stabilität. In der Preiskrise 2021 und 2022 haben mehrere Billiganbieter ihre Kunden von einem Tag auf den anderen fallen gelassen. Kommunale Versorger haben durchgehend geliefert.

Was dagegen spricht

  • Selten der günstigste Preis. Regionale Anbieter kalkulieren konservativer und ohne aggressive Neukundenboni. Zwischen Stadtwerke-Sondertarif und günstigstem Bundesanbieter liegen oft vier bis acht Cent.
  • Regional heißt nicht automatisch grün. Ein Stadtwerk mit Beteiligung an einem Kohlekraftwerk ist kein Energiewende-Vorreiter, nur weil es vor Ort sitzt. Prüfe den Strommix, nicht die Postleitzahl.
  • Kleineres Tarifangebot. Spezielle Stromtarife wie dynamische Tarife, Wärmepumpen- oder Autostromtarife führen längst nicht alle regionalen Versorger.

So vergleichst Du regionale Anbieter richtig

  1. Postleitzahl und Deinen persönlichen Stromverbrauch eingeben. Der Vergleichsrechner zeigt dann alle lieferfähigen Anbieter, regionale eingeschlossen.
  2. Den eigenen Grundversorger heraussuchen — und dort gezielt nach dem Sondertarif fragen, nicht beim Grundversorgungstarif bleiben.
  3. Konditionen prüfen: Laufzeit höchstens zwölf Monate, Kündigungsfrist höchstens ein Monat, Preisgarantie über die volle Laufzeit.
  4. Strommix und Label prüfen, wenn Dir die Herkunft wichtig ist. Regionalnachweise oder eigene Erzeugung sind belastbarer als ein bloßes Ökostrom-Etikett.
  5. Preis ohne Bonus vergleichen. Er zählt ab dem 13. Monat.

Der Wechsel funktioniert in beide Richtungen gleich: Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung, seit dem 1. Januar 2026 muss der technische Lieferantenwechsel nach § 20a EnWG binnen 24 Stunden abgeschlossen sein. Am Netzbetreiber und an der Versorgungssicherheit ändert sich nichts — die Leitung bleibt dieselbe.

Worauf Du im Vertrag achten solltest

Regionale Anbieter werben seltener mit Boni, packen dafür aber gelegentlich lange Laufzeiten in den Vertrag. Vier Punkte solltest Du in jedem Angebot nachlesen:

Punkt Empfehlung Warum
Vertragslaufzeit höchstens 12 Monate Du kannst jährlich neu vergleichen
Kündigungsfrist höchstens 1 Monat nach der Verlängerung gesetzlich ohnehin die Obergrenze
Preisgarantie über die volle Laufzeit eine Garantie über 6 Monate bei 12 Monaten Bindung lässt Dich ungeschützt
Höhe des Grundpreises im Gesamtpreis prüfen bei niedrigem Stromverbrauch wiegt er schwer

Ein persönlicher Ansprechpartner ersetzt keine guten Konditionen. Prüfe das Angebot mit denselben Maßstäben wie bei einem überregionalen Anbieter — und lass Dir den aktuellen Arbeitspreis ohne Bonus nennen, nicht den Werbepreis des ersten Jahres.

Umgekehrt gilt: Wer möglichst wenig Aufwand will und den Anbieter nicht jedes Jahr wechseln mag, fährt mit einem soliden regionalen Sondertarif oft besser als mit einem Billigtarif, den er nach zwölf Monaten wieder kündigen müsste, um den Bonusvorteil zu erhalten.

Alle erhobenen Städte im Überblick

Für diese 41 Städte haben wir Grundversorger, Grundversorgungspreis, günstigsten Tarif und Netzbetreiber einzeln erhoben. Die Preisspanne reicht von 272 Euro Ersparnis in Halle bis 696 Euro in Gera:

Bundesland Städte
Baden-Württemberg Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart
Bayern Augsburg, München, Nürnberg
Berlin Berlin
Brandenburg Potsdam
Bremen Bremen
Hamburg Hamburg
Hessen Darmstadt, Frankfurt, Kassel
Mecklenburg-Vorpommern Rostock
Niedersachsen Braunschweig, Göttingen, Hannover, Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Aachen, Bochum, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Krefeld, Köln, Leverkusen, Münster, Paderborn, Wuppertal
Rheinland-Pfalz Mainz
Sachsen Chemnitz, Dresden, Leipzig
Sachsen-Anhalt Halle, Magdeburg
Schleswig-Holstein Kiel
Thüringen Gera

Die Unterschiede innerhalb eines Bundeslands sind dabei oft größer als die zwischen zwei Ländern — sie entstehen aus Netzentgelten, Konzessionsabgabe und der Wettbewerbsdichte im jeweiligen Netzgebiet.

Regionale Preisunterschiede sind erheblich

Wie viel ein regionaler Anbieter verlangt, hängt stark vom Standort ab. Zwischen den Bundesländern liegen fast 18 Cent je Kilowattstunde:

Bundesland Grundversorgung Günstigster Tarif Ersparnis bei 3.500 kWh
Thüringen 51,82 ct 25,48 ct 922 €
Hessen 40,69 ct 26,20 ct 507 €
Bayern 39,19 ct 24,83 ct 502 €
Sachsen 37,75 ct 26,24 ct 403 €
Bremen (günstigstes Land) 34,03 ct 25,25 ct 307 €

Die Strompreise unterscheiden sich also nicht deshalb, weil manche Energieversorger gieriger wären, sondern weil drei Kostenblöcke regional verschieden ausfallen: Netzentgelte, Konzessionsabgabe und Wettbewerbsdichte. Die Konzessionsabgabe richtet sich direkt nach der Einwohnerzahl: von 1,32 Cent je Kilowattstunde in Gemeinden unter 25.000 Einwohnern bis 2,39 Cent in Städten über 500.000.

Häufige Fragen zu regionalen Stromanbietern

Sind Stadtwerke günstiger als überregionale Anbieter?

In der Regel nicht. Der Sondertarif eines Stadtwerks liegt meist vier bis acht Cent über dem günstigsten Bundesanbieter — aber deutlich unter der eigenen Grundversorgung.

Ist mein Stadtwerk automatisch mein Grundversorger?

Meist ja, aber nicht zwingend. Grundversorger ist, wer im Netzgebiet die meisten Haushaltskunden beliefert. In ländlichen Regionen ist das oft ein überregionaler Konzern.

Was ist der Unterschied zwischen Regionalstrom und Ökostrom?

Regionalstrom bezieht sich auf den Ort der Erzeugung, Ökostrom auf die Energiequelle. Belegt wird Regionalstrom über Regionalnachweise des Umweltbundesamts, die einen Umkreis von 50 Kilometern voraussetzen.

Bekomme ich bei einem regionalen Anbieter besseren Service?

Häufig ja — ein Kundenzentrum vor Ort und feste Ansprechpartner sind ein realer Vorteil. Belastbare Vergleichszahlen gibt es dazu allerdings nicht.

Wechsle ich meinen Netzbetreiber mit, wenn ich zum Stadtwerk wechsle?

Nein. Der Netzbetreiber ist an das Netzgebiet gebunden und lässt sich nicht wählen. Ein Anbieterwechsel ändert nur, wer die Rechnung schreibt.

Was passiert, wenn mein regionaler Anbieter die Preise erhöht?

Er muss Dich mindestens einen Monat vorher in Textform informieren. Damit entsteht ein Sonderkündigungsrecht, unabhängig von der Vertragslaufzeit.

Fazit

Regional zu kaufen und in der Grundversorgung zu bleiben sind zwei verschiedene Dinge — das wird am häufigsten verwechselt. Fast jedes Stadtwerk führt Sondertarife, die mehrere Hundert Euro im Jahr unter der eigenen Grundversorgung liegen.

Der günstigste Preis kommt in der Regel trotzdem von einem überregionalen Anbieter. Wer bewusst regional kauft, bezahlt für Erreichbarkeit, nachvollziehbare Erzeugung und Wertschöpfung vor Ort — das kann den Aufpreis wert sein, sollte aber eine Entscheidung sein und kein Versehen.

Quellen und Stand der Daten

Preisangaben nach bundesweiter Markterhebung, Stand 24. August 2026, gerechnet auf 3.500 kWh Jahresverbrauch. Die Regeln zur Grundversorgung ergeben sich aus § 36 EnWG und der Stromgrundversorgungsverordnung, die Sätze der Konzessionsabgabe aus der Konzessionsabgabenverordnung, die Angaben zu Regionalnachweisen aus den Veröffentlichungen des Umweltbundesamts. Die Landeswerte stammen aus unserer eigenen Erhebung über alle 16 Bundesländer.

Die Redaktion von Stromvergleich.net wertet die Preisdaten des deutschen Strommarkts seit 2022 laufend aus. Welche regionalen Anbieter an Deiner Adresse liefern, zeigt der Vergleichsrechner mit Postleitzahl und Jahresverbrauch.

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