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Strompreise steigen hierzulande im Durchschnitt um 25 Prozent

Strompreise
Strompreise steigen

Eine Studie des Preisvergleichsportals Verivox zeigt laut dem Tagesspiegel, dass die Stromtarife in den kommenden Monaten um etwa 25 Prozent steigen werden.

Im August, September und Oktober zählte Verivox 123 Preiserhöhungen von Stromanbietern, mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 25 Prozent.

Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeutet das eine durchschnittliche jährliche Erhöhung von 311 €.

Zuvor hatte der Konkurrent Check24 im September durchschnittliche Preiserhöhungen von 47,4 Prozent gemeldet.

Der durchschnittliche Strompreis könnte im kommenden Jahr bei 45 Cent pro Kilowattstunde oder mehr liegen. Nach Angaben von Verivox liegt er derzeit bei 42 Cent.

Auch an der Börse wird der Strom teurer gehandelt als je zuvor. An der europäischen Strombörse Epex Spot stieg der Preis für eine Megawattstunde diese Woche auf über 550 € – das entspricht mehr als 55 Cent pro Kilowattstunde.

Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag der Durchschnittspreis im Juli bei 19 Cent.

Warum sind die Stromkosten so stark gestiegen?

Der Grund für den Preisanstieg ist nicht nur der Krieg in der Ukraine, sondern auch die niedrigen Wasserstände auf den Wasserstraßen. Die Schiffe auf dem Rhein zum Beispiel können derzeit nicht voll beladen fahren – eine Situation, die sich auf die Lieferungen von Öl und Kohle auswirkt.

Beide werden zusammen mit Atomkraft, Gas und erneuerbaren Energien für die Stromerzeugung genutzt.

Außerdem exportierte Deutschland im Juli ungewöhnlich viel Strom in das benachbarte Frankreich, wo zahlreiche Kernkraftwerke außer Betrieb waren, und in die Schweiz, wo die Trockenheit die Wasserkraft beeinträchtigt hat.

Um die gestiegene Nachfrage zu decken, wurde bei der Stromerzeugung mehr Gas eingesetzt als im gleichen Zeitraum des Jahres 2022, wie die Bundesnetzagentur mitteilte.

Kritik an der Mehrwertsteuersenkung

Die Haushalte müssen bereits im Oktober mit einer Erhöhung der Energiepreise rechnen, da die Regierung eine Abgabe auf Gasrechnungen einführen will, um den angeschlagenen Sektor zu unterstützen.

Die Abgabe, die auf etwa 2,4 Cent pro Kilowattstunde Gas festgelegt wird, wird durch eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer ausgeglichen, teilte die Regierung am Donnerstag mit.

„Mit dieser Maßnahme bieten wir den Gaskunden eine Entlastung, die deutlich größer ist als die zusätzliche Belastung durch die Zuschläge“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu den Plänen.

Es wurden jedoch Forderungen nach einer gezielteren Entlastung laut, um Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu unterstützen, die nur schwer über die Runden kommen.

„Die Senkung der Mehrwertsteuer entlastet alle, auch die, die es gar nicht nötig haben“, sagte der Paritätische Gesamtverband am Freitag der Rheinischen Post. „Das gilt auch für Spitzenverdiener, die mit der Mehrwertsteuer unsere Sozialsysteme entlasten könnten.“

Die Ampelkoalition wollte die Mehrwertsteuer auf Gasrechnungen ursprünglich ganz abschaffen, wurde aber von den EU-Behörden in Brüssel ausgebremst. Die meinten, die Abschaffung der Mehrwertsteuer würde gegen die EU-Wettbewerbsregeln verstoßen.

Stattdessen wird die Regierung den Spielraum nutzen, der ihr nach EU-Recht zusteht, um den Mehrwertsteuersatz auf sieben Prozent zu senken – zwei Prozent über dem EU-Mindestsatz von fünf Prozent.

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