E.ON Grundversorgung: was sie kostet und wie Du herauskommst
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- Das Wichtigste zur E.ON Grundversorgung
- Was die Grundversorgung überhaupt ist
- Wer hinter E.ON steht
- Was die E.ON Grundversorgung kostet
- Stromtarife von E.ON neben der Grundversorgung
- Warum die Grundversorgung so teuer ist
- Deine Rechte in der Grundversorgung
- Strom und Gas beim selben Anbieter?
- Aus der E.ON Grundversorgung wechseln
- Ersatzversorgung: der Sonderfall
- Häufige Fragen zur E.ON Grundversorgung
- Fazit
- Quellen und Stand der Daten
Das Wichtigste zur E.ON Grundversorgung
- E.ON ist mit rund einem Viertel Marktanteil der größte Stromanbieter Deutschlands und in vielen Netzgebieten Grundversorger.
- Die Grundversorgung ist immer der teuerste Tarif eines Versorgers — auch bei E.ON.
- In Essen kostet sie 43,53 Cent, in Paderborn 41,84 und in Göttingen 39,00 Cent je Kilowattstunde.
- Der Ausstieg ist jederzeit mit zwei Wochen Frist möglich — gesetzlich garantiert, ohne Laufzeit und ohne Vertragsstrafe.
- Je nach Stadt liegen 443 bis 488 Euro im Jahr zwischen der E.ON-Grundversorgung und dem günstigsten Anbieter.
Was die Grundversorgung überhaupt ist
Die Grundversorgung ist keine Vertragsart, die Du wählst — Du landest automatisch darin. Sie ist in § 36 EnWG geregelt und funktioniert so:
In jedem Netzgebiet wird das Unternehmen zum Grundversorger bestimmt, das dort die meisten Haushaltskunden beliefert. Die Bundesnetzagentur stellt das alle drei Jahre neu fest. Dieser Grundversorger ist gesetzlich verpflichtet, jeden Haushalt in seinem Gebiet zu beliefern — ohne Bonitätsprüfung, ohne Mindestlaufzeit, ohne Ablehnungsmöglichkeit.
In der Grundversorgung landest Du in drei Situationen:
- Du bist nie gewechselt. Der häufigste Fall — der Vertrag besteht seit dem Einzug fort.
- Du bist umgezogen und hast keinen neuen Vertrag abgeschlossen. Ab dem ersten Tag im neuen Zuhause fließt Grundversorgungsstrom.
- Dein Anbieter hat die Belieferung eingestellt. Dann greift die Ersatzversorgung nach § 38 EnWG, die zu Grundversorgungspreisen abgerechnet wird.
Die Versorgungssicherheit ist damit lückenlos — das ist der Sinn der Regelung. Der Preis dafür ist hoch.
Wer hinter E.ON steht
Die E.ON SE mit Sitz in Essen ist der größte Energiekonzern Deutschlands, gemessen an Kundenzahl und Marktanteil. Der Vertrieb an Privathaushalte läuft über die E.ON Energie Deutschland GmbH mit Sitz in München.
Der Konzern ist 2019 durch die Übernahme des Endkundengeschäfts von innogy stark gewachsen — seither ist E.ON in deutlich mehr Netzgebieten Grundversorger als zuvor. Der Marktanteil liegt bei rund einem Viertel.
Wie EnBW und Vattenfall arbeitet auch E.ON mit mehreren Vertriebsmarken:
| Marke | Ausrichtung | Preisniveau |
|---|---|---|
| E.ON | Hauptmarke, Grundversorgung und Sondertarife | hoch |
| eprimo | Online-Discountmarke, über 1,7 Mio. Kunden | niedrig |
| E WIE EINFACH | Online-Vertrieb | niedrig |
| Lidl Strom | Handelskooperation | niedrig |
Auch die Verteilnetze mehrerer Regionen gehören zum Konzern — Bayernwerk Netz, Avacon, E.DIS, Schleswig-Holstein Netz und Westnetz. Netz und Vertrieb sind dabei rechtlich entflochten: Ein Anbieterwechsel ändert nichts am Netzbetreiber und umgekehrt.
Was die E.ON Grundversorgung kostet
Aus unserer Erhebung über 41 Städte ist E.ON in drei davon Grundversorger:
| Stadt | E.ON Grundversorgung | Günstigster Anbieter | Ersparnis im Jahr |
|---|---|---|---|
| Essen | 43,53 ct | 30,79 ct | 446 € |
| Paderborn | 41,84 ct | 27,89 ct | 488 € |
| Göttingen | 39,00 ct | 26,00 ct | 443 € |
Die Werte sind Gesamtpreise je Kilowattstunde bei 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch, Grundpreis eingerechnet. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt der Grundversorgung liegt bei 40,37 Cent.
Die Unterschiede zwischen den drei Städten kommen nicht daher, dass E.ON unterschiedlich kalkuliert, sondern aus den Netzentgelten und der Konzessionsabgabe im jeweiligen Netzgebiet. Die Konzessionsabgabe richtet sich direkt nach der Einwohnerzahl: von 1,32 Cent je Kilowattstunde in Gemeinden unter 25.000 Einwohnern bis 2,39 Cent in Städten über 500.000.
Stromtarife von E.ON neben der Grundversorgung
Wer beim Konzern bleiben, aber die Grundversorgung verlassen will, findet dort mehrere Alternativen. Grob lassen sich vier Gruppen unterscheiden:
| Angebot | Merkmal | Preisniveau |
|---|---|---|
| Grundversorgung | keine Laufzeit, zwei Wochen Kündigungsfrist | am höchsten |
| Sondertarife mit Preisgarantie | 12 oder 24 Monate Bindung, Preis festgeschrieben | darunter |
| Ökostrom-Varianten | Grünstrom-Nachweis, geringer Aufpreis | ähnlich |
| Wärmepumpen- und Autostromtarife | separater Zähler oder § 14a-Anmeldung nötig | deutlich niedriger je kWh |
Die Preisgarantie ist bei den Sondertarifen üblicherweise eingeschränkt: Sie deckt Beschaffung, Vertrieb und meist die Netzentgelte, nicht aber Steuern, Abgaben und Umlagen. Das entspricht dem Marktstandard und ist kein Nachteil gegenüber anderen Anbietern.
Wer eine Wärmepumpe oder eine Wallbox betreibt, sollte die Spezialtarife unbedingt gegen andere Versorger halten — dort sind die Preisunterschiede zwischen Anbietern besonders groß. Details im Wärmepumpen-Vergleich und beim Stromvergleich Elektroauto.
Warum die Grundversorgung so teuer ist
Der Grundversorger trägt Pflichten, die ein normaler Anbieter nicht hat. Er muss jeden Haushalt beliefern, unabhängig von der Bonität, und er muss jederzeit lieferfähig sein — auch wenn die Beschaffungspreise gerade steigen. Diese Risiken preist er ein.
Dazu kommt ein struktureller Punkt: Grundversorgungskunden wechseln selten. Ein Anbieter, der um Neukunden konkurriert, muss günstig kalkulieren; ein Grundversorger, dessen Kunden ohnehin bleiben, muss das nicht.
Von den rund 40 Cent, die ein Haushalt in der Grundversorgung zahlt, entfallen laut BDEW-Strompreisanalyse etwa 41 Prozent auf Beschaffung und Vertrieb, 25 Prozent auf Netzentgelte und 34 Prozent auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Nur der erste Block steht im Wettbewerb — und genau dort entsteht der Unterschied von 13 bis 14 Cent zum günstigsten Anbieter.
Deine Rechte in der Grundversorgung
Die Grundversorgung ist gesetzlich stark reguliert. Das bringt Dir vier konkrete Rechte:
- Kündigung mit zwei Wochen Frist, jederzeit. Ohne Mindestlaufzeit, ohne Vertragsstrafe. Diese Frist steht im Gesetz und lässt sich durch Vertragsbedingungen nicht verlängern.
- Öffentliche Preise. Der Grundversorger muss seine Allgemeinen Preise im Internet veröffentlichen. Du kannst also jederzeit nachsehen, was Du zahlst.
- Ankündigung von Preisänderungen. Mindestens einen Monat vorher, in Textform, mit Anlass und Umfang.
- Anspruch auf Belieferung. Der Grundversorger darf Dich nicht ablehnen — auch nicht bei schlechter Bonität.
Das dritte Recht ist der praktisch wichtigste Hebel: Eine angekündigte Preiserhöhung ist immer ein guter Anlass, aktuelle Angebote zu prüfen. Verbraucher, die dann vergleichen, finden regelmäßig Stromtarife mehrere Cent unterhalb der Grundversorgung.
Strom und Gas beim selben Anbieter?
E.ON bietet wie die meisten großen Versorger Kombiverträge für Strom und Gas an, oft mit einem Bündelbonus. Für Verbraucher geht diese Rechnung selten auf: Der günstigste Stromanbieter und der günstigste Gasanbieter an einer Adresse sind fast nie dasselbe Unternehmen.
Vergleiche deshalb beide Energien getrennt. Der Aufwand ist derselbe, die Verträge sind unabhängig kündbar, und Du bindest Dich nicht an einen Anbieter, der bei einer der beiden Sparten teuer ist. Ein Kombivertrag lohnt sich nur, wenn der Bündelbonus den Preisunterschied zu den jeweils günstigsten Einzeltarifen übersteigt.
Dasselbe gilt für die Grundversorgung: Dass E.ON Dein Stromgrundversorger ist, sagt nichts darüber aus, wer beim Gas der günstigste Anbieter ist.
Aus der E.ON Grundversorgung wechseln
Der Ausstieg ist der einfachste Wechsel, den es im Strommarkt gibt — weil keine Laufzeit im Weg steht.
- Postleitzahl und Jahresverbrauch eingeben. Beides steht auf Deiner letzten Stromrechnung.
- Nach Preis ohne Bonus sortieren statt nach Kosten im ersten Jahr.
- Online abschließen. Zählernummer, bisheriger Anbieter mit Kundennummer, Bankverbindung.
- Fertig. Die Kündigung bei E.ON übernimmt der neue Anbieter.
Seit dem 1. Januar 2026 muss der technische Lieferantenwechsel nach § 20a EnWG an jedem Werktag binnen 24 Stunden vollzogen sein. Weil aus der Grundversorgung nur zwei Wochen Kündigungsfrist laufen, geht der Wechsel deutlich schneller als aus einem Sondervertrag.
Wenn Du beim Konzern bleiben willst, gibt es zwei Wege: einen E.ON-Sondertarif oder die Discountmarke eprimo. Der zweite ist in der Regel deutlich günstiger — obwohl es derselbe Konzern ist.
Ersatzversorgung: der Sonderfall
Wird ein Anbieter insolvent oder stellt die Belieferung ein, übernimmt automatisch die Ersatzversorgung durch den örtlichen Grundversorger nach § 38 EnWG. Sie greift ohne Dein Zutun und ohne Unterbrechung — Du merkst zunächst nichts davon.
Abgerechnet wird zu Grundversorgungspreisen, also zum höchsten Tarif am Markt. Die Ersatzversorgung ist zeitlich auf drei Monate begrenzt; danach geht sie in die reguläre Grundversorgung über.
Wichtig: Auch aus der Ersatzversorgung kommst Du mit zwei Wochen Frist heraus. Wer nach einer Anbieterinsolvenz dort landet, sollte zügig einen neuen Vertrag abschließen — jeder Monat kostet rund 40 Euro mehr als nötig.
Häufige Fragen zur E.ON Grundversorgung
Bin ich bei E.ON in der Grundversorgung?
Das steht auf Deiner Stromrechnung. Ist dort ein Tarif mit der Bezeichnung Grundversorgung oder ein Verweis auf die Allgemeinen Preise genannt, zahlst Du den Höchstpreis Deines Versorgers.
Wie schnell komme ich aus der Grundversorgung heraus?
Mit zwei Wochen Frist, jederzeit. Das ist gesetzlich garantiert und gilt unabhängig davon, wie lange Du schon Kunde bist.
Was kostet Strom bei E.ON in der Grundversorgung?
Je nach Netzgebiet zwischen 39 und 43,53 Cent je Kilowattstunde in den von uns erhobenen Städten. Der bundesweite Durchschnitt aller Grundversorger liegt bei 40,37 Cent.
Ist E.ON in meiner Stadt Grundversorger?
E.ON ist es in vielen Netzgebieten, vor allem seit der innogy-Übernahme 2019. Wer für Deine Adresse zuständig ist, steht auf Deiner Stromrechnung.
Muss der Grundversorger mich beliefern?
Ja. Die Belieferungspflicht nach § 36 EnWG gilt für jeden Haushalt im Netzgebiet — unabhängig von der Bonität.
Was ist der Unterschied zwischen Grundversorgung und Ersatzversorgung?
Die Grundversorgung ist der Dauerzustand für alle, die nie gewechselt haben. Die Ersatzversorgung springt kurzfristig ein, wenn ein Anbieter ausfällt, ist auf drei Monate begrenzt und wird zu denselben Preisen abgerechnet.
Lohnt sich ein Wechsel innerhalb von E.ON?
Ja, ein E.ON-Sondertarif liegt unter der Grundversorgung. Die Discountmarke eprimo desselben Konzerns ist meist noch günstiger — und der günstigste Anbieter am Markt liegt in der Regel noch darunter.
Fazit
Als größter Energieversorger Deutschlands ist E.ON in vielen Netzgebieten Grundversorger — und damit für sehr viele Haushalte der Anbieter, bei dem sie ohne eigenes Zutun gelandet sind. Genau das macht es teuer: Zwischen 443 und 488 Euro im Jahr liegen in den von uns erhobenen Städten zwischen der E.ON-Grundversorgung und dem günstigsten Anbieter.
Der Ausstieg ist der einfachste Wechsel überhaupt: zwei Wochen Frist, jederzeit, ohne Vertragsstrafe. Die Kündigung übernimmt der neue Anbieter, technisch ändert sich nichts.
Quellen und Stand der Daten
Preisangaben nach eigener Erhebung über 41 Städte, Stand 24. August 2026, Gesamtpreise je Kilowattstunde bei 3.500 kWh Jahresverbrauch. Die Zusammensetzung des Strompreises stammt aus der BDEW-Strompreisanalyse (Januar 2026), die Sätze der Konzessionsabgabe aus der Konzessionsabgabenverordnung. Grundversorgung, Ersatzversorgung und Lieferantenwechsel sind in den §§ 20a, 36 und 38 EnWG sowie der Stromgrundversorgungsverordnung geregelt.
Die Redaktion von Stromvergleich.net wertet die Preisdaten des deutschen Strommarkts seit 2022 laufend aus. Welche Alternativen zur Grundversorgung an Deiner Adresse lieferbar sind, zeigt der Vergleichsrechner. Eine Übersicht aller Anbietertypen steht im Stromanbieter-Vergleich.