Stromvergleich mit Nachtstrom: Tarife ab 18,07 Cent
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Das Wichtigste zum Stromvergleich mit Nachtstrom
- Nachtstromtarife starten bei rund 18,07 Cent pro kWh bei 8.000 kWh Jahresverbrauch und eigenem Zähler.
- Nachtstrom ist günstiger als normaler Haushaltsstrom, weil Netzentgelt und Konzessionsabgabe niedriger ausfallen.
- Voraussetzung ist ein Doppeltarifzähler oder ein separater Stromzähler für die Heizung.
- Der Niedertarif läuft meist zwischen 22 und 6 Uhr — festgelegt vom Netzbetreiber, nicht vom Anbieter.
- Rund 25 Stromanbieter haben bundesweit Nachtstromtarife im Programm.
Was ist Nachtstrom?
Nachtstrom ist Strom, der in den Nachtstunden zu einem niedrigeren Arbeitspreis abgerechnet wird als tagsüber. Der Fachbegriff dafür ist Schwachlaststrom: Er fällt in Zeiten an, in denen das Stromnetz wenig ausgelastet ist.
Typische Abnehmer sind Nachtspeicherheizungen, Wärmepumpen mit Pufferspeicher, elektrische Warmwasserbereiter und Elektroautos an der heimischen Wallbox. Allen gemeinsam: Sie verbrauchen viel Strom, und der Zeitpunkt lässt sich verschieben — bei Heizungen, weil die erzeugte Wärme gespeichert wird, bis sie gebraucht wird. Verbreitet sind auch die Bezeichnungen Heizstrom und Wärmestrom — bei getrennter Messung meinen alle drei denselben Tariftyp.
Ist Nachtstrom günstiger?
Ja, deutlich. Im bundesweiten Querschnitt starten Nachtstromtarife bei rund 18,07 Cent pro Kilowattstunde im Modellfall mit 8.000 kWh Jahresverbrauch und eigenem Zähler. Haushaltsstrom kostet in der Grundversorgung im Bundesschnitt 40,37 Cent.
Der Preisvorteil hat drei Ursachen, und keine davon ist Kulanz des Anbieters:
- Reduziertes Netzentgelt. Wer nachts Strom bezieht, entlastet das Netz. Der Netzbetreiber honoriert das mit einem niedrigeren Entgelt — im Gegenzug darf er die Anlage in Spitzenzeiten sperren.
- Ermäßigte Konzessionsabgabe. Für separat erfassten Schwachlaststrom sieht die Konzessionsabgabenverordnung höchstens 0,61 Cent pro kWh vor. Beim normalen Haushaltsstrom sind es 1,32 bis 2,39 Cent.
- Günstigere Beschaffung. Nachts ist Strom an der Börse in der Regel billiger als in den Verbrauchsspitzen am Morgen und am Abend.
| Jahresverbrauch | Nachtstrom ab | Haushaltsstrom Grundversorgung | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 5.000 kWh | ca. 904 € | ca. 2.019 € | ca. 1.115 € |
| 8.000 kWh | ca. 1.446 € | ca. 3.230 € | ca. 1.784 € |
| 12.000 kWh | ca. 2.168 € | ca. 4.844 € | ca. 2.676 € |
Die Werte sind reine Arbeitspreise ohne Grundpreis. Mit Grundpreis liegen die Jahreskosten bei 8.000 Kilowattstunden bei etwa 1.557 Euro.
Ein Hinweis zur Vergleichbarkeit: Die genannten Heizstrom- und Wärmepumpenpreise sind reine Arbeitspreise. Der Vergleichswert von 40,37 Cent für Haushaltsstrom in der Grundversorgung ist dagegen ein Gesamtpreis bei 3.500 kWh, in dem der Grundpreis bereits steckt. Der tatsächliche Abstand ist damit etwas kleiner, als die beiden Zahlen nebeneinander vermuten lassen — bei den hohen Verbräuchen einer Elektroheizung bleibt er trotzdem erheblich.
Wann der Niedertarif gilt
Die Zeitfenster legt der Netzbetreiber fest, nicht Dein Stromanbieter. Üblich sind 22 bis 6 Uhr, in vielen Netzgebieten ergänzt um ein Nachladefenster am Nachmittag und erweiterte Zeiten am Wochenende.
Die Umschaltung zwischen Hoch- und Niedertarif erfolgt automatisch über ein Steuersignal — klassisch per Rundsteuerempfänger, bei neueren Anlagen über das intelligente Messsystem. Die genauen Zeiten stehen in Deinem Netznutzungsvertrag und sind für die Tarifwahl wichtig: Sie bestimmen, wie viel Deines Verbrauchs überhaupt im günstigen Bereich landet.
Welchen Zähler Du brauchst
Ohne getrennte Messung gibt es keinen Nachtstromtarif. Zwei Varianten sind verbreitet:
| Variante | Wie gemessen wird | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Doppeltarifzähler | Auch Zweitarifzähler: ein Zähler mit zwei Zählwerken für HT und NT | Klassischer Fall bei Nachtspeicherheizungen |
| Separater Stromzähler | Eigener Zähler nur für die Heizung, oft mit Eintarif | Größte Anbieterauswahl, günstigster Arbeitspreis |
Läuft die Heizung über denselben Zähler wie der Haushalt, bleibt nur ein Kombitarif. Dabei zieht der Versorger eine pauschale Ausgleichsmenge als Haushaltsanteil ab und rechnet den Rest als Nachtstrom. Wie hoch diese Menge angesetzt ist, steht meist erst im Kleingedruckten — und entscheidet darüber, wie viel vom Vorteil übrig bleibt. Technische Details stehen auf unserer Seite zum Doppeltarifzähler.
Nachtstromtarif vergleichen: die zwei häufigen Fehler
- Nur den NT-Preis anschauen. Manche Tarife locken mit einem sehr niedrigen Niedertarif und holen sich das über einen hohen Hochtarif zurück. Rechne den Mischpreis: (NT-Verbrauch × NT-Preis + HT-Verbrauch × HT-Preis) ÷ Gesamtverbrauch.
- Den Verbrauch schätzen. Bei 12.000 Kilowattstunden verschiebt ein Schätzfehler von 2.000 Kilowattstunden das Ergebnis um mehrere Hundert Euro. Nimm beide Werte von der letzten Jahresabrechnung.
Der Wechsel selbst läuft wie beim Haushaltsstrom: Postleitzahl und Verbrauch eingeben, online abschließen, die Kündigung übernimmt der neue Anbieter. Seit dem 1. Januar 2026 muss der technische Lieferantenwechsel nach § 20a EnWG binnen 24 Stunden abgeschlossen sein.
Nachtstrom und dynamische Tarife
Wer ein intelligentes Messsystem hat, kann statt des starren HT/NT-Modells einen dynamischen Tarif wählen. Der Arbeitspreis folgt dann stündlich dem Börsenstrompreis. Seit dem 1. Januar 2025 muss nach § 41a EnWG jeder Stromlieferant einen solchen Tarif anbieten.
Für alle, die mit Strom heizen, ist das interessant, weil ihr Stromverbrauch ohnehin in den günstigen Stunden liegt — und weil die Preisunterschiede innerhalb einer Nacht größer sein können als zwischen Hoch- und Niedertarif. Voraussetzung ist eine Heizung, deren Ladung sich automatisch steuern lässt. Ohne Steuerung bleibt der klassische Nachtstromtarif die berechenbarere Wahl.
Häufige Fragen zum Nachtstrom
Was kostet Nachtstrom pro kWh?
Günstige Nachtstromtarife starten bei rund 18,07 Cent pro Kilowattstunde bei 8.000 kWh Jahresverbrauch und eigenem Zähler. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die üblichen Preise zwischen 21 und 25 Cent.
Wann ist Nachtstrom günstiger?
In der Regel zwischen 22 und 6 Uhr, oft ergänzt um ein Fenster am Nachmittag. Die genauen Zeiten legt der Netzbetreiber fest.
Brauche ich einen zweiten Zähler für Nachtstrom?
Für einen reinen Nachtstromtarif ja — entweder einen Doppeltarifzähler oder einen separaten Zähler für die Heizung. Ohne getrennte Messung bleibt nur ein Kombitarif mit Ausgleichsmenge.
Wie viel Strom verbraucht eine Elektroheizung nachts?
Das hängt von Gerät und Wohnfläche ab. Eine Nachtspeicherheizung verbraucht 100 bis 150 Kilowattstunden je Quadratmeter im Jahr, eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus 4.000 bis 6.000 Kilowattstunden insgesamt. Bei Nachtspeicherheizungen fallen 80 bis 90 Prozent des Stromverbrauchs im Niedertarif an.
Welche Anbieter haben Nachtstromtarife?
Bundesweit werden Nachtstromtarife von rund 25 Versorgern angeboten — deutlich weniger als beim Haushaltsstrom. Welche davon an Deiner Adresse liefern, hängt vom Netzgebiet ab.
Lohnt sich Nachtstrom ohne Elektroheizung?
Selten. Waschmaschine und Geschirrspüler nachts laufen zu lassen bringt zu wenig Verbrauch in den Niedertarif, um den höheren Hochtarif auszugleichen.
Kann ich Nachtstrom und Haushaltsstrom bei verschiedenen Anbietern beziehen?
Ja, sofern beide über eigene Zähler laufen. Es sind zwei getrennte Verträge mit eigenen Laufzeiten.
Fazit
Nachtstrom kostet weniger als die Hälfte dessen, was Haushaltsstrom in der Grundversorgung kostet. Bei 12.000 Kilowattstunden sind das über 2.600 Euro Unterschied im Jahr.
Voraussetzung ist eine getrennte Messung. Prüfe beim Vergleich den Mischpreis statt des NT-Preises allein, nimm beide Verbrauchswerte von der Abrechnung und achte auf eine Preisgarantie über die volle Laufzeit — bei diesen Mengen zählt jeder Cent.
Quellen und Stand der Daten
Nachtstrompreise nach bundesweiter Markterhebung, Stand 24. August 2026, Modellfall 8.000 kWh mit eigenem Zähler. Die Sätze der Konzessionsabgabe stammen aus der Konzessionsabgabenverordnung, die Regelungen zu Lieferantenwechsel und dynamischen Tarifen aus dem Energiewirtschaftsgesetz und den Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur. Vergleichswerte für Haushaltsstrom aus unserer eigenen Erhebung über alle 16 Bundesländer.
Die Redaktion von Stromvergleich.net wertet die Preisdaten des deutschen Strommarkts seit 2022 laufend aus. Welche Nachtstromtarife an Deiner Adresse lieferbar sind, zeigt der Vergleichsrechner. Grundlagen zu allen Elektroheizungen stehen im Heizstrom-Vergleich.